Kochen

Gänsebrust an Sankt Martin: Damals war Fleisch etwas Besonderes!

Hier erfährt ihr wertvolle Tipps für das perfekte Gänsebrust Rezept! Wo man es am besten bestellt und wie man es am leckersten zubereitet.

Ich erinnere mich noch, als ob es gestern war. Als kleines Kind liebte ich den Herbst. Die anderen Kinder waren oft traurig, wenn der Sommer sich dem Ende neigte und die Tage kälter und kürzer wurden, doch ich bewunderte die bunte Farbenpracht des Herbstlaubes und liebte es den Blättern beim Fallen zu zusehen. Es hatte etwas beruhigendes, dass alles endet und nach einem langen Winterschlaf im Frühjahr zu neuem Leben erwacht. Ich genoss die goldenen Strahlen der Herbstsonne auf meinem Gesicht und wartete bis die letzten warmen Sonnenstrahlen hinter den Baumwipfeln verschwanden.

Oft trafen wir uns nach der Schule mit Klassenkameraden und formten riesige Laubhaufen, bauten Sprungbretter und sprangen in sie hinein, dass die Blätter nur so aus einander stoben und im Wind tanzten – ein wunderschönes Bild.

Das aller Tollste waren jedoch die Feiertage. Davon gab es in der kalten Jahreszeit nämlich einige. Und das aller Allerbeste an den Feiertagen war das Essen. Im Herbst und Winter gab es immer so köstliche Speisen. Zu diesen gab es nämlich jede Menge Fleisch und das war damals schon etwas besonders. Wir hatten nicht viel Geld und daher aßen wir nur am Wochenende und an Feiertagen Fleisch. An den Feiertagen durften wir Kinder richtig zuschlagen und so viel essen wie wir wollten. Weihnachten und Silvester gab es an einem bedeckten Tisch mit gutem Besteck immer Pute und eine sahnige Soße mit Klößen – nach einem alten Rezept der Familie. Doch mein Lieblingsfeiertag war sankt Martin.

 

Gänsebrust am Martinstag!

An Sankt Martin liefen wir immer mit unseren selbstgebastelten Fackeln durch das gesamte Dorf. Zum Fackelzug kamen Jung und Alt auf die Straße. Am Ende versammelten sich alle ums Martinsfeuer und die Geschichte vom Teilen des Mantels wurde aufgeführt. Danach tranken wir warmen Kakao – nach einem Spezial-Rezept des Pfarrers. Der Kakao von den Erwachsenen roch dabei immer etwas anders als der von uns Kindern. Danach zogen wir Kinder alleine los.

Wir klingelten an Haustüren und sangen Martinslieder. Dafür bekamen wir dann jede Menge Süßigkeiten. Durchgefroren und mit zum Bersten gefüllten Taschen kamen wir nach Hause. Die Süßigkeiten mussten wir immer bei Mutter abgeben, sie verteilte sie dann auf die nächsten Tage. Aber ich hatte eh nur Augen für die leckere Gänsebrust, die bereits auf dem Esszimmertisch auf uns wartete – so lecker duftend und knusprig braun.

 

Aus dem Ofen auf den Teller

Gänsebrust
Bildquelle: albersfood.de

Das Backen der Gans hatte das ganze Haus mit einem leckeren Geruch erfüllt und das Braten der anderen Zutaten hatte sich mit dem Geruch der Gänsebrust herrlich vermischt. Das Kochen und Zubereiten der Zutaten für dieses Rezept hatten viele Stunden und Minuten gedauert. Gewürze wie Salz, Pfeffer und Thymian machten es so atemberaubend gut.

Als Beilagen gab es Gemüse und Klöße. Der Rotkohl war frisch zubereitet mit Nelken und Lorbeerblättern und die Bohnen waren in der Pfanne gebraten. Außerdem gab es noch karamellisierte Möhren und Zwiebeln, die im Backofen in der Bratensoße geschmort hatten. An solchen Tagen schmeckte sogar das so verhasste Gemüse gut.

Gebackene Gans

Zutrinken gab es nicht wie sonst nur Wasser, sondern leckeren Saft. Es war ein herrliches Bild, wie die ganze Familie an einem Tisch saß und alle lachten, redeten und das Essen genossen.

Die Rezepte von Mama waren einfach immer die Besten!

 

Warum gibt es Gänsebrust?

Oft habe ich mich gefragt, warum es nur an Sankt Martin Gänsebrust gab.

Meine Mutter erklärte mir das so: Als Sankt Martin berühmt wurde, weil er seinen Mantel geteilt hatte, wollte er sich vor der Menschenmenge verstecken. Dazu flüchtete er in einen Gänsestall. Diese schnatterten drauf hin so laut, dass sie ihn verrieten.

Weil dies Gänse Sankt Martin verraten haben, essen wir heute Gänsebrust an seinem Gedenktag. Das machte für mich als Kind viel Sinn. Aber mir wäre auch jeder andere Grund recht gewesen.

 

Gänsebrust Rezepte

Unsere Rezepte und unser Gänsebrust Rezept wurden immer weitergegeben.

Meine Mutter hatte ihre Rezepte von ihrer Mutter und die hatte ihre Rezepte von ihrem Vater. Es gab Rezepte, die mit der Zeit weiter verfeinert wurden, es gab aber auch Rezepte, die kein bisschen verändert wurden. Diese Rezepte wurden penibel befolgt. Die genaue Menge Salz und Pfeffer, die richtige Zeit beim Backen im Ofen oder beim Kochen und die perfekte Temperatur im Ofen waren ein Muss.

Jeder Schritt, vom Braten über die Minuten des Köchelns, hatte bei einem solchen Rezept zu sitze – Schritt für Schritt.

Für manche Rezepte wurden auch Tipps an den Rand geschrieben. Das machte unsere Familien-Rezept-Bücher zu einem großen Sammelsurium.

 

Tipps für das perfekte Gänsebrust Rezept

Der wichtigste Bestandteil eines Rezepts, für das Kochen, Braten oder Backen einer Gänsebrust ist Liebe!

Ich glaube die Gänsebrust hat mir damals so gut geschmeckt, weil es sie nur einmal im Jahr gab und die Gänsebrust daher etwas Besonders war. Das Rezept meiner Mutter war fantastisch. Doch wenn ich heute nach ihrem Rezept koche, ist es trotzdem nicht das Gleiche.

Es kommt nicht darauf an, wie viele Minuten die Gänsebrust und das Gemüse im Ofen kochen, wie viel Salz, Pfeffer Thymian oder Wasser hinzugegeben werden. Es ist das gesamte Bild, was diese Abende so unvergesslich machte und das Essen so lecker.

Alle Rezepte schmecken nur in guter Gesellschaft und dem richtigen Ambiente richtig gut.

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